THE SUICIDE SQUAD (2021)

THE SUICIDE SQUAD (2021) Regie: James Gunn Wenn die Kacke am Dampfen ist, dann schickst du nicht die Guten, um die Klospülung zu betätigen. In THE SUICIDE SQUAD sind es die Psychopat*innen, die unsere verdammte Welt retten sollen. Und das Böse war noch nie so schlagkräftig und liebenswert! ***** Ganz ehrlich? Ich weiß wirklich nicht, wo ich anfangen soll. Wenn ihr das hier lest, dann interessiert euch der Film und ihr habt wahrscheinlich schon alles gelesen, was es darüber zu sagen gibt, ohne dass euch durch Spoiler der Spaß verdorben wird. Denn das wäre katastrophal! Jeder, der diesen Film spoilert und euch dadurch um einen Kinogenuss bringt, der euch an einem Abend zwanzig beschissene Erinnerungen vergessen lässt, bekommt Hausverbot. Lebenslängliches Kinohausverbot. Peter Jackson hat bei seiner Oscaransprache (2002) über seine Horrorwurzeln gelästert und BRAINDEAD (1992) lächerlich gemacht. Ich weiß nicht mehr genau, was er gesagt hat, aber ich werde nie vergessen, dass es in meinen Ohren ein „fickt euch“ gewesen ist. James Gunn hingegen präsentiert uns nicht nur Antisuperhelden, wie ich sie mit meiner Heldenphobie ertragen und sogar lieben kann. Nein, er hat auch nicht vergessen, woher er kommt. Mehr noch, er lässt seine TROMA-Wurzeln ganz tief hinein in ein 175 Millionen-Dollar-DC-Spektakel vordringen. Das ist pure Anarchie. Das ist ein: Ich spuck dir ins Gesicht, du quietschbunte Glitzerscheinwelt und du wirst es dennoch lieben. Du wirst es genau deshalb lieben! Denn THE SUICIDE SQUAD ist nicht nur so unfassbar explizit und brutal, dass mein Herz so schnell geschlagen hat wie bei einem ersten Date, die geilste Filmaction seit langem hat auch Tiefe. Die laute und lustige Gore-Orgie transportiert auf eine Weise Kritik, der sich niemand entziehen kann. Und der Film hat Herz! Mal ehrlich, wenn sich die AVENGERS kurz Zeit für Emotionen nehmen, wird es derart kitschig, dass die Magensäure meine Speiseröhre hochsteigt. Wenn Gunn seine Antisuperhelden innehalten und erzählen lässt, wische ich mir verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel. Was könnte ich eigentlich noch mehr wollen? Sylvester Stallone. Den will ich! Und ich bekomme ihn. Als KING SHARK. Ich habe ja die Tendenz, Künstler*innen anzuhimmeln. James Gunn bringt mich dazu, dass ich mich in vermenschlichte, sprechende Tiere verliebe. Erst Rocket in GUARDIANS OF THE GALAXY (2014), jetzt King Shark in THE SUICIDE SQUAD. Generell hat Gunn es einfach drauf, eine Geschichte so zu erzählen, dass ich sein Herz schlagen hören kann. Während auf der Leinwand Gedärm möglichst effektvoll verteilt wird und Köpfe explodieren, spüre ich, wie sehr Gunn für das brennt, was er macht. Ich kann einfach keine Sekunde lang den Blick abwenden, weil mein Herz im Einklang mit seinem Herzen schlägt. Im Einklang mit den DC-Figuren, die er zu seinen Figuren gemacht hat. Das ist Liebe. Das ist Kino. Und verdammt noch mal, genau das ist Film! Ich will jetzt übrigens einen Hai-Freund. Dringend. Ich bin, was das angeht, nicht kompromissbereit. King Shark, das ist eine Einladung! *nomnom* *****


James Gunn not only presents us with anti-superheroes that even I, with my phobia of heroes, can tolerate and love. No, he hasn't forgotten where he comes from either. More than that, he allows his TROMA roots to penetrate deep into a $175 million DC spectacle. This is pure anarchy. It's a: I'll spit in your face, you squeaky-clean world and you'll still love it. THE SUICIDE SQUAD isn't just so outrageously explicit and brutal that it had my heart beating as fast as a first date. The loud and fun gore orgy conveys criticism in a way that no one can escape. And the film has heart! Let's face it, when AVENGERS briefly takes time for emotion, it gets so cheesy that stomach acid rises up my esophagus. When Gunn has his anti-superheroes pause and narrate, I furtively wipe a tear from the corner of my eye.




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