HUNTED (2020)

HUNTED (2020) Regie: Vincent Paronnaud Ève hat ihr Leben gerade richtig satt. Der Job läuft nicht wie erwartet und in ihrer Beziehung ist auch der Wurm drin. Also gibt sie sich in einer Disko die Kante und lernt dort einen Kerl kennen, der charmant ist und Humor hat. Besoffen steigt sie mit ihm in die Kiste, oder besser gesagt ins Auto auf dem Parkplatz. Der Spaß ist vorbei, als aus heißem Autosex plötzlich Entführung wird und Ève durch die Dunkelheit der Wälder einer grauenvollen, aber wohl nicht mehr allzu langfristigen Zukunft entgegenrast. ***** Regisseur Vincent Paronnaud ist ein Intellektueller, anders kann ich es nicht sagen. Demnach habe ich mir von HUNTED – mit dem herrlichen deutschen Untertitel WALDSTERBEN – tatsächlich etwas Anspruchsvolles erwartet. Kurzum: Das habe ich nicht bekommen. HUNTED erinnert massiv an so viele andere Filme, dass ich nur die der letzten Zeit erwähnen möchte. Allen voran fällt mir gleich der sympathisch unangenehme „Frau und böser Mann im Wald“ Horrortrip ALONE (2020) von John Hyams ein und nicht bloß die Titelähnlichkeit lässt mich an THE HUNT (2020) von Craig Zobel denken. Dieser hätte (wie beworben) einer der krassesten Filme seit langem sein sollen, das war er dann nicht wirklich, aber er war dennoch auf eine sehr unerwartete Weise unterhaltsam und hat mich nachdrücklich überzeugt. Und glaubt mir, davon war ich damals extrem überrascht! HUNTED hingegen hat mich weder wirklich überzeugt, noch überrascht. Vor allem nicht überrascht! Natürlich ist die Gesellschaftskritik deutlich zu erkennen und auch einigermaßen geschickt und ansprechend verpackt, die Märchenmotive sind erfrischend und passen gut ins Konzept und vor allem die hysterische Überspanntheit gegen Ende fand ich durchaus ungewöhnlich und sehenswert. Aber unterm Strich bietet HUNTED wieder einmal eine Protagonistin, die auf dem Überlebenstrip durch den Wald hirscht, während ihr die durchgeknallten Psychos auf den Fersen sind. Punkt. Das ist jetzt natürlich an sich nichts Schlechtes und darüber hinaus habe ich dieses Thema schon in unzähligen und deutlich schlechteren Varianten gesehen, aber in diesem Fall ist es die eben beschworene Unzahl, die das Kraut dann nicht fett macht. Um in der Masse dieser Filme nicht unterzugehen, hätte HUNTED das, was er ohnehin schon richtig macht, noch nachdrücklicher und vor allem konsequenter machen müssen. Ökohorror, Märchen-Genre-Bending … das Konzept bietet viele Anhaltspunkte, aber Paronnaud geht dann doch nur den halben Weg. Und der führt in einen wunderschönen Wald mit liebevoll inszenierter Tierwelt, was ich durchaus zu schätzen weiß, aber darüber hinaus nicht großartig irgendwohin. Die Figurenzeichnung ist gelungen, aber ebenfalls ausbaufähig. Lucie Debay ist nicht ganz das unschuldige Opfer, wie wir es sonst vorgesetzt bekommen, und Arieh Worthalter als Hobby-Snuff-Filmproduzent erinnert mich immer wieder an das Herrl von Kommissar Rex, was passender ist, als es im ersten Augenblick klingt. Denn gerade die Tatsache, dass der Angreifer so banal und durchschnittlich wirkt und in manchen Szenen schon fast sympathisch rüberkommt, macht ihn zu einem Aggressor, der für mich eine insgesamt zwar durchaus überzogene, aber dennoch überzeugende Gefahr darstellt. Der Kerl ist unangenehm und die Bedrohung, die von ihm ausgeht, nicht so durchschnittlich wie der Rest des Films. Spannend? Grundlegend. Außergewöhnlich? Ansatzweise. Sehenswert? Man verpasst nichts, wenn man HUNTED nicht sieht, aber es fällt einem auch kein Stein aus der Horrorfilmkrone, wenn man sich diesen Wandertag gönnt.



***** But the bottom line is that HUNTED once again features a protagonist running through the woods on a survival trip, with crazed psychos breathing down her neck. Now of course this in itself is not a bad thing and furthermore I've seen this theme in countless and significantly worse variations before, but in this case it's the just invoked innumeracy that makes it ordinary. In order not to get lost in the mass of these films, HUNTED should have done what it already does right even more emphatically and, above all, consistently. Eco-horror, fairy tale genre-bending ... the concept offers many clues, but Paronnaud then goes only halfway. And that leads into a beautiful forest with lovingly staged wildlife, which I can appreciate, but beyond that, not much anywhere.




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