ARMY OF THE DEAD (2021)

ARMY OF THE DEAD (2021) Regie: Zack Snyder Das militärisch abgeriegelte Las Vegas wurde von Zombies überrannt und ist nun ein Metropolis der Untoten. Scott Ward soll für den Super-Gangster Bly Tanaka 200 Millionen Dollar aus der Stadt rausholen, bevor der Präsident zum 4. Juli ein echtes Feuerwerk zündet und eine Atombombe über Las Vegas abwerfen lässt. Für diese Selbstmordmission braucht Ward einen fetten Patzen Glück, aber vor allem auch sein durchgeknalltes Team. ***** Es gibt Menschen, die der festen Überzeugung sind, dass der Genuss eines Blockbusters ihren Intellekt und ihren Ruf gleichermaßen schädigt und die deshalb einen (stets laut in die Welt hinausposaunten) Bogen um jeden kommerziell erfolgreichen Film machen. ARMY OF THE DEAD gehört mit über 72 Millionen Streams innerhalb der ersten Woche bereits jetzt zu den zehn erfolgreichsten Netflix-Filmen. Mich schreckt das nicht ab: Horrorgirls just wanna have fun (and Gore)! Zumindest manchmal. Selbsternannte Filmgurus, die sich Zack Snyders Zombie-Spektakel reinziehen und dann bemängeln, dass das Gesehene nicht mit den klassischen Romero-Streifen mithalten kann, erinnern mich ein wenig an Leute, die zu Mc Donalds gehen und dort Molekularküche erwarten. Las Vegas, Zack Snyder, Zombies. Bum, zack, in die Goschen. Das habe ich erwartet und das habe ich beinah bekommen. Verortet Romero seine gesellschaftskritischen Zombiehorden im Einkaufszentrum, so findet sie Snyder in Las Vegas. Das ist eine durchaus ansprechende Analogie, aus der Snyder allerdings nicht mehr herauszuholen weiß als imposante Massenszenen. ARMY OF THE DEAD ist herrlich brutal und faszinierend derb, der Soundtrack ist der Hammer, der Zombietiger ist eines meiner neuen Lieblingsfilmtiere und verdammt ja, Matthias Schweighöfer ist keinesfalls so beschissen, wie alle behaupten. Aus dieser Figur ist einfach nicht mehr rauszuholen. Aber was um alles in der Welt ist bitte mit dem Drehbuch passiert? Das Teil hat Längen wie eine kerzengerade Wüstenstraße in Arizona, Löcher wie die Lieblingsjeans eines Teenagers und einen derart frei interpretierten logischen Ansatz, dass das Erzählte (oder eben Verschwiegene) noch nicht mal mehr mit einem achselzuckenden „Fiktion und Filmdynamik“ zu rechtfertigen ist. Diese mutwillige Plot-Verstümmelung ist nur dadurch zu erklären, dass Zack Snyder bereits die fünfstündige Version seines Gemetzel-Epos in der Schreibtischschublade gebunkert hat. Und Action? Immer dann, wenn die Splatter-Orgie doch noch richtig Fahrt aufnimmt, grätscht eine kitschtriefende Sentimentalität rein und stellt dem Actionfilm das Bein. Wenigstens ist Snyders Film herrlich kompromisslos. Das ist irgendwie befriedigend, versöhnt mich aber nicht nachdrücklich mit diesem Zombiefilm, dessen Zombies mich darüber hinaus auch nicht wirklich überzeugen können. Dieser Besuch bei Mc Mainstream war für mich kein vollkommener Reinfall, da mich einiges doch angesprochen hat, aber insgesamt muss ich leider sagen: Horrorgirls didn’t have much fun (but at least much Gore).



***** If Romero locates his socially critical zombie hordes in the mall, Snyder finds them in Las Vegas. This is an appealing analogy, but Snyder doesn't know how to get more out of it than imposing crowd scenes. ARMY OF THE DEAD is gloriously brutal and fascinatingly crude, the soundtrack is killer, the zombie tiger is one of my new favorite animals and hell yeah, Matthias Schweighöfer is by no means as shitty as everyone claims. You just can't get any more out of this character.

But what on earth happened to the script? It has lengths like a straight desert road in Arizona, holes like a teenager's favorite pair of jeans, and such a freely interpreted logical approach that what is told (or not told) can't even be justified as "fiction and film dynamics" anymore. Horrorgirls didn’t have much fun (but at least much Gore).


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